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Olympische Spiele Athen 2004

Ausblick von NOK-Präsident Dr. Klaus Steinbach

10.08.2004

Die Spiele zur Feier der XXVIII. Olympiade neuer Zeitrechnung werden 2004 in Athen ausgetragen. Schon zum 100-jährigen Jubiläum 1996 hatten viele Sportfreunde die Rückkehr zu den Wurzeln erwartet. Nun ist dies, nicht allein zur Freude unserer griechischen Freunde und Organisatoren, sondern der gesamten olympischen Familie, endlich der Fall.

Viele denken bei dieser Rückkehr an die Wiege der Olympischen Idee zunächst weniger an den Beginn der modernen Olympischen Spiele in Athen 1896, als vielmehr an die Wettkämpfe im antiken Olympia, die erstmalig 776 v. Chr. ausgetragen wurden. Und viele von uns sind überzeugt davon, dass diese Rückkehr das Geschehen im modernen Spitzensport außerordentlich bereichern kann.

Kein anderes Volk außer den Griechen hatte im Altertum das Ziel des edlen Wettstreits so konsequent verfolgt und zu bewahren gesucht. Für kein anderes Volks war die Anerkennung dieses Ideals, die Krönung des Sieges, auf so dauerhafte Weise das höchste Gut unter allen Schätzen der Welt, die Götter einem Sterblichen verleihen konnten. Es war der Geist des Wettkampfs, der die griechische Zivilisation vorantrieb. Mag sich das Olympische Fest der Antike auch grundlegend von den Olympischen Spielen, die Pierre de Coubertin ersann und jenen, die wir heute erleben, unterscheiden, so verdanken wir Griechenland und den Griechen, wie in vielen anderen Bereichen, auch auf dem Gebiet des Sports ganz zentrale Prinzipien. Ohne die antiken Olympioniken und ihre Ausstrahlung wäre es wohl kaum zur Gründung der modernen Olympischen Spiele gekommen, die heute als globales Medienereignis Milliarden Menschen an die Fernsehgeräte locken. Ob das idealisierte und romantisch verklärte Bild, das die Gründerväter und ihre Epigonen begeisterte und beflügelte, historisch korrekt war oder nicht, spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist die Wirkung, die von ihren Vorstellungen ausging.

Vor genau 130 Jahren schloss der griechische Staat mit deutschen Archäologen einen Vertrag, der ihnen das Ausgrabungsrecht an den antiken Stätten sicherte und im Gegenzug garantierte, das alle Fundstücke im Land bleiben sollten. Es waren diese deutschen Archäologen, die den französischen Baron Pierre de Coubertin inspirierten, seinem großen internationalen Sportfest den Namen Olympische Spiele zu geben. Nicht zuletzt also auch mit Blick auf die nicht gering zu schätzende eigene Bedeutung bei der Wiederbelebung der Olympischen Idee darf sich die deutsche Mannschaft auf das Ereignis in Athen freuen.

Das NOK für Deutschland wird mit einer großen und leistungsstarken Mannschaft in Athen vertreten sein und hofft auf ein gutes Abschneiden. Grund zum Optimismus geben die hervorragenden Ergebnisse unserer Aktiven in der vorolympischen Saison. Mit ähnlich guten Leistungen wie jenen bei Welt- und Europameisterschaften des zurückliegenden Jahres würde Deutschland wieder einen Spitzenrang unter den Sportnationen behaupten können.

Dafür wünsche ich allen Beteiligten, insbesondere aber allen deutschen Aktiven großen Erfolg und das notwendige Glück, das zur Umsetzung olympischer Träume notwendig ist.

Quelle:
Newsletter Juli 2004
www.nok.de


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